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Mit dieser Vereinschronik, basierend auf acht Bänden, sowie zuverlässigen, mündlichen Überlieferungen, möchte der Musikverein Neuler allen Homepagebesuchern einen Überblick über seine Vereinsgeschichte geben. Alljährlich wiederkehrende Veranstaltungen werden nur aus beson­derem Anlass wiederholt. Zunächst wollen wir jedoch den Personen, welche unseren Verein ins Leben gerufen und jenen, die sich um das Fortbestehen verdient gemacht haben, Dank und Anerkennung aussprechen.

Das Musizieren ist so alt wie die menschliche Kultur. Es war vor allem die Kirche, welche zur feierlichen Umrahmung der Gottesdienste Chorgesang und Instrumentalmusik förderte. Eines der Nebenämter des Lehrers, auf Verord­nung der Obrigkeit, war das des Organisten. Auch hatte der Schulmeister im vorigen Jahrhundert einen Kirchenchor und häufig auch eine Kirchenmusik zu errichten oder zu betreuen. Diese Kapellen musizierten ebenfalls bei Hoch­zeiten oder sonstigen feierlichen Anlässen.

Es war vermutlich eine solche Musikkapelle, die in Neuler schon um das Jahr 1812 von dem ehemaligen Lehrer Andreas Hölle gegründet wurde. Diese Kapelle hat bei der Einholung des ersten Erntewagens nach dem bekannten Hungerjahr 1817 die Prozession angeführt. In einem Brief über das Hunger jähr 1816/17 heißt es: »Am 31. Juli 1817 wurde der erste Fruchtwagen, mit Winter­roggen beladen, in einer großen Prozession ins Dorf eingefahren. An der Spit­ze des Zuges ritt der hiesige Schullehrer Andreas Hölle, aus Binsdorf gebürtig. Ihm folgte seine von ihm in fünf Jahren errichtete türkische Musik, welche in zwei Klarinetten, zwei Hörn, drei Trompeten, zwei Flöten, ein Fagott, eine große und eine kleine Pauke, zwei Posaunen und zwei Dreiangeln bestand. Wenn über das weitere Bestehen einer Kapelle auch kein schriftlicher Beweis er­bracht werden kann, so weiß man doch aus mündlichen Überlieferungen, dass es in Neuler immer Musiker gab, welche bei Hochzeiten und anderen Anlässen spielten und die Musik zu schätzen und pflegen wussten. Die Geschichte des Musikvereins Neuler ist auf das Engste mit Schreinermeister Josef Brenner verbunden, welcher den Verein 1920 gründete und 32 Jahre als Dirigent lei­tete und behütete. Unentgeltlich übte er diese Tätigkeit aus und stellte außer­dem seine Werkstatt als Proberaum zur Verfügung. Mit welchem Idealismus der Gründer ans Werk ging, zeigen die Geleitworte, die er 1920 in das Ver­einsbuch schrieb: »Die Befreiung der Seele vom Alltäglichen, das ist das einzi­ge Programm für alle Instrumentalmusik. Es ist ebenso edel als unendlich. Als Josef Brenner im Jahre 1919 vom ersten Weltkrieg heimkehrte, erkannte er als ehemaliger Vorstand des Jungmännervereins sofort die große Gefahr, in der sich die Nachkriegsjugend befand. Die jungen Menschen irrten ziellos umher und somit fasste er den Entschluss, die Jugend auf die Musik aufmerksam zu ma­chen. Die Gründung eines Musikvereins war vorerst nicht seine Absicht.

Als 1919 die ersten vier Zöglinge beim Engelamt mit weihnachtlichen Wei­sen an die Öffentlichkeit traten, löste dies bei der Bevölkerung Begeisterung und Anerkennung aus. Daraufhin wurde beschlossen, eine Musikkapelle zu gründen. Ihre Generalprobe legten die jungen Musikanten 1920 anlässlich der Christmette in der Pfarrkirche mit einigen Weihnachtsliedern ab. Dieser ge­lungene Auftritt spornte sie zu weiteren Taten an. Dirigent Brenner wusste aus mündlichen Überlieferungen, dass seit »altersher« eine »schöne« Musik alle Feste in Neuler umrahmte und diese sehr oft in der Kirche zu hören war. Er bedau­erte zutiefst, dass die Noten und Instrumente, welche der Kirche gehörten, so nach und nach verschwanden, denn sie hätten der jungen Kapelle in dieser schwierigen Zeit wertvolle Dienste geleistet.

Durch Sammlungen und Spenden konnten weitere Noten und Instrumente angeschafft werden. Mehrere Spender wurden dabei als so genannte passive Mitglieder gewonnen. In den wöchentlichen Proben spielte der Dirigent sei­nen Schülern die jeweiligen Übungen mit seinem Piston vor. Nach dem Un­terricht gab er ihnen den Leitspruch mit auf den Weg: »Dem Musiker soll Mu­sik ein Bedürfnis sein, nicht nur Beschäftigung. Er soll Musik erleben, nicht nur machen«.

Als im Jahre 1923 der Musikverein Jagstzell gegründet wurde, übernahm Josef Brenner auch die Ausbildung dieser Kapelle. In der Jagstzeller Chronik steht geschrieben: „Die erste Ausbildung der jungen Kapelle war das Werk des Dirigenten Josef Brenner aus Neuler." Mit viel Umsicht und Fleiß legte er von 1923 -1924 um »Gotteslohn« den Grundstein für das spätere Können der Mu­siker. Die Neulermer Musiker übten fleißig auf ihren Auftritt beim ersten Preis­spielen anlässlich des Bezirksmusikfestes 1923 in Stuttgart-Ost. Die Fahrt mit der Eisenbahn, welche mitten in der Inflation stattfand, kostete jeden Teil­nehmer 8.000 Mark. Für ein Glas Bier musste 200 Mark bezahlt werden. Ein schmucker Pokal war der Lohn für die intensive Vorbereitung. In den An­fangsjahren führte Josef Brenner die Geschicke des Vereins in eigener Regie. Am 25. März 1924 fand die erste Jahreshauptversammlung statt, bei welcher Josef Geiger zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Den Posten des Kas­sierers übernahm Karl Kühn; als Schriftführer stellte sich Josef Merz aus Neu­ler zur Verfügung. In den Ausschuss wurden Kaspar Kraus, Josef Esswein und Konrad Schill gewählt. Der harte Kern der Mannschaft bestand aus 18 Musi­kern. Es war jedoch ein Kommen und Gehen zu verzeichnen. Das Jahresprogramm lautete: Hochzeiten im Dorf und auswärts gespielt, an zahlreichen Um­zügen teilgenommen, Mitbürgern ins Grab gespielt und an kirchlichen und weltlichen Feiern mitgewirkt. Der Höhepunkt im Jahresprogramm war jedoch der Besuch des Musikfestes in Giengen/Brenz. Um den äußeren Eindruck der Kapelle zu verbessern, wurden vom Naturtheater Heidenheim Uniformen aus­geliehen. Die begleitenden Mädchen zierten Trachten und Bändelhauben.

Das Musizieren ist so alt wie die menschliche Kultur. Es war vor allem die Kirche, welche zur feierlichen Umrahmung der Gottesdienste Chorgesang und Instrumentalmusik förderte. Eines der Nebenämter des Lehrers, auf Verord­nung der Obrigkeit, war das des Organisten. Auch hatte der Schulmeister im vorigen Jahrhundert einen Kirchenchor und häufig auch eine Kirchenmusik zu errichten oder zu betreuen. Diese Kapellen musizierten ebenfalls bei Hoch­zeiten oder sonstigen feierlichen Anlässen.